Ohne finanzielle Anreize geht auch in unteren Ligen nichts mehr

Reinickendorf. Der Amateurfußball verändert sich: Noch vor zehn Jahren haben Spieler im Schnitt 7,8 Jahre für einen Verein gespielt – heute sind es nur noch 2,9. Dass selbst in unteren Ligen Fussball Geld1 WebGeld gezahlt wird, ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Doch dieses Geld müssen Vereine erst einmal einnehmen. Einer, der den Finger stets in diese Wunde legt, ist Sascha Krakowski, sportlicher Leiter beim Landesligisten VfB Hermsdorf. Sportjournalist Michael Nittel sprach mit Krakowski, der seit 25 Jahren Mitglied im VfB ist, über seine Erfahrungen.

Sie mahnen diese Entwicklung seit Jahren an. Was befürchten Sie?

Sascha Krakowski: Wenn man sich diesen – ich nenne ihn mal – Amateur-Markt Woche für Woche anschaut, da kann einem Angst und Bange werden. Immer mehr durchschnittlich talentierte Fußballer wollen und bekommen immer mehr Geld. Diese Spirale dreht sich immer weiter. Und das ist für jeden Verein und damit den Berliner Fußball kreuzgefährlich. Diese Blase muss ja irgendwann platzen. Was im Berliner Fußball so alles passiert, glaubt Dir niemand.

Spreefüxxe bleiben weiterhin verlustpunktfrei

Charlottenburg. Die Handballerinnen der Füchse Berlin haben das Spitzenspiel der 3. Liga gegen den Tabellendritten MTV Altlandsberg am Sonnabend, 5. November mit 25:20 (10:13) für sich Sviridenko Webentschieden. Damit bleiben die Spreefüxxe auch nach dem siebten Spieltag weiterhin verlustpunktfreier Spitzenreiter. 
Knapp 600 Zuschauer hatten die Sporthalle Charlottenburg in einen wahren Hexenkessel verwandelt und erinnerten an gute, noch gar nicht so alte Bundesligazeiten. Dabei erwischten die Gäste, die ohne die ehemaligen Spreefüxxe Bianca Trump und Dagmara Stuparicova die Reise in die Hauptstadt angetreten hatten, den besseren Start: Schnell führten sie mit 2:0 und machten den Berlinerinnen mit ihrer offensiven Abwehr das Leben schwer. Anna Blödorn, Toptorjägerin der Spreefüxxe, wurde in Manndeckung genommen. Auch Spielmacherin Alexandra Sviridenko stand eine offensive Abwehrspielerin der Gäste ständig auf den Füßen. So taten sich die Gastgeberinnen lange Zeit schwer und gingen mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Halbzeit. Es dauerte immerhin bis zur 43. Minute, bevor die Spreefüxxe eine sehr kampfbetonte Partie doch noch in ihre Richtung drehen konnten. Drei schnelle Tore in Folge durch Anna Blödorn, Anna Eber und Jessica Jander sorgten für eine 18:15-Führung, die die Gastgeberinnen letztlich ins Ziel bringen konnten.

DBV Charlottenburg initiiert Flüchtlingsprojekt

Charlottenburg. Seit Juli führt der DBV Charlottenburg in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst für Flüchtlinge aus dem ICC ein Basketballprojekt durch: Junge Männer aus Syrien, Eritrea, Fluechtlinge DBV1 WebAfghanistan und dem Iran treffen sich einmal in der Woche mit Mitgliedern des DBV, um gemeinsam auf Korbjagd zu gehen.
Nur zwei der Flüchtlinge, die bislang an dem Projekt teilnehmen, haben bereits in ihrer Heimat Basketball gespielt. Die anderen waren Anfänger. „In den ersten Wochen haben wir ein Grundlagentraining durchführen müssen“, verrät Antonio Manco vom DBV, der die Idee zu diesem Projekt hatte. „Wie man den Ball richtig in die Hände nimmt, dribbelt, wirft, passt. Es hat allen von Beginn an sehr viel Spaß gemacht.“ Unterstützt wird Manco von Levent Yer, der in der Nachwuchs Basketball Bundesliga spielt, und dem Herrenspieler Christian Berthold. Ziel des Projektes ist es, ein richtiges Team auf die Beine zu stellen, das irgendwann in einem Spiel oder sogar Turnier gegen andere Teams antreten kann. „Als ich von diesem Projekt gehört habe, war mir sofort klar, dass ich da mitmachen möchte“, erläutert der 18-jährige Levent Yer seine Motivation. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, was der Sport einem geben kann: Werte vermitteln, Gemeinschaft erleben, viel Freude haben – alles Dinge, die jeder Mensch benötigt. Und man darf auch nicht vergessen, dass diese Menschen nichts haben und die meiste Zeit eines Tages nichts anderes tun als einfach nur zu warten.“

Hockey-Damen beenden Hinrunde ohne Sieg

Grunewald. Die Hockey-Damen vom TC Blau Weiss Berlin, im Sommer erst in die 2. Bundesliga aufgestiegen, haben die Hinrunde in der Gruppe Süd mit zwei Remis und fünf Niederlagen auf dem Hockey2 Bilanz Damen Websiebten und damit vorletzten Platz abgeschlossen. Und obwohl diese Liga für viele Spielerinnen Neuland ist, wäre mehr drin gewesen.
„Grundsätzlich können wir mit unserem Abschneiden nicht zufrieden sein“, sagt Blau Weiss-Trainer Alf Fistler. In den Spielen habe man zu viele einfache Ballverluste aufgrund technischer Mängel im Spielaufbau produziert. „Das macht ein Spiel auch schon mal kaputt und sorgt dafür, dass viel Energie verloren geht“, bemängelt der Coach. Zudem habe man zu viele gut heraus gespielte Torchancen zu leichtfertig vergeben. „Das ist mitunter auch eine Kopfsache: Man muss in dieser Liga seine wenigen Chancen gnadenlos nutzen, um erfolgreich zu sein. In der Regionalliga war die Chancenauswertung ähnlich. Doch da wussten die Spielerinnen: Es wird auch so irgendwie reichen.“ Und als dritten maßgeblichen Grund für das bisherige Abschneiden gibt Fistler an, dass sein Kader zu dünn besetzt sei: „Uns fehlt eine erfahrene Akteurin im Mittelfeld, die das Spiel lenken und leiten kann – also ein richtiger Leitwolf. Und im Sturm bräuchten wir noch eine Spielerin mit Selbstsicherheit und Ausstrahlung, die den Ball verteilen kann und natürlich auch den Abschluss sucht.“ Trotz dieser Kritik ist Fistler aber auch voll des Lobes: „“Es ist Woche für Woche eine wahre Freude, dieser Mannschaft zuzusehen, weil wir immer ganz dicht dran waren, zu gewinnen oder mindestens zu punkten. Sie kommen zu jedem Training, sie sind fleißig. Und man sieht ihnen an, dass sie sich weiterentwickeln, dass sie Spiele gewinnen wollen. Ich habe Spielerinnen mit Charakter, die mit Herzblut und als Team agieren. Und das ist für mich das alles Entscheidende.“ Spätestens zur Rückrunde auf dem Feld, die im Mai beginnen wird, soll es Neuzugänge geben. Aber ob genau die Spielertypen dabei sein werden, die dem TC Blau Weiss fehlen, bleibt abzuwarten.

VfB Hermsdorf legt guten Saisonstart hin

Hermsdorf. Der VfB Hermsdorf ist gut in die neue Saison der Fußball-Landesliga gestartet. Nach dem achten Spieltag belegt die Truppe um Trainer Detlef Fitzek mit fünf Siegen, einem Remis Duncan1 VfB Webund zwei Niederlagen Platz zwei. Doch beim Berlin-Liga-Absteiger weiß man diese Platzierung sehr gut einzuordnen.
„Wir sind mit unserem Saisonstart absolut zufrieden, ohne aber gleich euphorisch zu werden“, äußerte sich Sascha Krakowski, sportlicher Leiter beim VfB, zum Auftakt. „Die Tatsache, dass wir unsere letzten beiden Spiele erst in den Schlussminuten gewonnen haben, zeugt von Leidenschaft und großem Kampfgeist. Und genau das ist es auch, was wir von dieser Mannschaft sehen wollen.“
Sowohl beim 2:1-Erfolg gegen Hellas-Nordwest als auch beim 2:1-Sieg im letzten Ligaspiel gegen den FC Internationale hatte der VfB das Siegtor erst in der Nachspielzeit erzielt. „Es ist schön zu sehen, dass die Mannschaft an sich glaubt. Und das ist natürlich auch ein Erfolg unseres neuen Trainerteams um Detlef Fitzek, das es geschafft hat, den Negativtrend der letzten Saison und unseren Abstieg aus den Köpfen der Spieler zu verbannen und ihnen die Lust am Fußballspielen und am Gewinnen wiederzugeben. Wir alle wissen aber auch, dass das nur eine Momentaufnahme ist.“