Westend: TuS Makkabi mit ordentlichem Saisonstart

Nach erneut zahlreichen personellen Veränderungen in diesem Sommer sind die Fußballer vom TuS Makkabi mit drei Siegen, fünf Remis und drei Niederlagen in die neue Saison der Berlin-Liga Diekmann1 Interview Webgestartet. Sportjournalist Michael Nittel sprach mit TuS-Coach Frank Diekmann über die Mühen eines permanenten Neuaufbaus und alte Ziele.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart?

Frank Diekmann: Mit den bisherigen Leistungen und Ergebnissen können wir definitiv zufrieden sein. Aber wenn ich sehe, dass wir den einen oder anderen Punkt verschenkt haben, weil wir unnötige Gegentore nach ruhenden Bällen erhalten, dann ärgert mich das wiederum sehr. Fakt ist aber auch: Die 14 Punkte, die wir auf dem Konto haben, kann uns niemand mehr wegnehmen. Aber bis zur Winterpause wollen und müssen wir noch fünf bis sechs Zähler einfahren. Und das wird schwer genug.

In diesem Sommer gab es beim TuS wieder einmal viele personelle Wechsel. Ist die Mannschaft qualitativ besser als in der Vorsaison?

Frank Diekmann: Das Potential, das in diesem Team steckt, ist mit der Qualität unserer Mannschaft der letzten Saison ungefähr identisch. Was mir aber besonders wichtig war, ist, dass wir eine Truppe an den Start gebracht haben, die charakterlich bedeutend besser aufgestellt ist.

Mit Godbless Igbinigie haben Sie Ihren Toptorjäger an den Regionalligisten SV Babelsberg verloren. Der ist nicht zu ersetzen, oder?

Frank Diekmann: Definitiv! Igbinigie war und ist ein Ausnahmestürmer. Und so einen Spieler haben wir nun nicht mehr in unseren Reihen. In einigen Saisonspielen haben wir auch schon gesehen, dass uns vorn mitunter die Durchschlagskraft fehlt. Wir müssen daran arbeiten, aus dem Mittelfeld heraus noch mehr Torgefahr zu entwickeln.

In der letzten Saison hat der TuS in 34 Partien nur einmal Remis gespielt – in elf Partien dieser Saison schon fünf Mal. Ist das von Vorteil oder ein Nachteil?

Frank Diekmann: Es ist richtig, dass in der letzten Saison manchmal die Abgeklärtheit gefehlt hat, um einfach auch mal nur einen Punkt mitzunehmen. Deshalb ist diese Entwicklung ein Schritt nach vorn. Wichtig ist mir aber, dass wir kompakt sind und die Null steht, wir also kein Gegentor kassieren. Da haben wir uns im Vergleich zur Vorsaison enorm verbessert. Wenn ich aber unser 3:3 bei Türkiyemspor nehme, wo wir schon 2:0 geführt haben, dann freue ich mich nicht über diesen einen Punkt. Da haben wir uns einfach nur dämlich angestellt.

Die Liga ist in diesem Jahr noch ausgeglichener als in der Vorsaison. Wird der Klassenerhalt damit schwieriger?

Frank Diekmann: Ja, vermutlich. Man schaut ja immer ein wenig darauf, welche drei Mannschaften es sein könnten, die man hinter sich lassen muss, um nicht abzusteigen. Im letzten Jahr war der 1. FC Schöneberg schnell weit abgeschlagen. In der Rückrunde kam dann der Nordberliner SC alsbald dazu. So eine Entwicklung sehe ich in dieser Spielzeit nicht. Deshalb sollte man mit Prognosen sehr, sehr vorsichtig sein. Ich gehe aber davon aus, dass zum Ende hin sieben oder acht Teams die drei Absteiger unter sich ausmachen werden. Und ich hoffe sehr, dass wir nicht dazu gehören werden.