Grunewald: TC Blau-Weiss überwintert als Herbstmeister

Wer hätte das für möglich gehalten? Die Damen vom TC Blau-Weiss Berlin überwintern als Herbstmeister in der 2. Feldhockey-Bundesliga Süd – und das, obwohl das Team von der Jubel Blau Weiss WebWaldmeisterstraße erst in diesem Sommer aufgestiegen und mit der Zielsetzung „Klassenerhalt“ in die Saison gegangen war.
Verrückt, unglaublich, sensationell – man muss lange überlegen, um für diesen tollen sportlichen Erfolg die richtigen Worte zu finden. Hendrik Gay, sportlicher Leiter bei Blau-Weiss und seit diesem Sommer auch Trainer der Bundesliga-Damen, nutzt dieses Vokabular nicht, sondern analysiert ganz sachlich: „Das war so gut abschneiden werden, war natürlich nicht zu erwarten. Aber wir haben auch einen richtig guten Kader beisammen, konnten uns mit einigen neuen Spielerinnen zudem verstärken und haben eine wirklich tolle Stimmung in der Truppe. Alle haben auf diese Liga und jedes einzelne Spiel unglaublich viel Lust gehabt – und das, alles zusammen genommen, ergibt eine so gute Hinrunde.“ Hinzu kommt, dass der Kader in der Breite gut aufgestellt und die Trainingsbeteiligung sehr hoch ist: Nahezu regelmäßig konnte der Coach mit 20 Spielerinnen trainieren. „Damit hatte ich an jedem Wochenende die Qual der Wahl, wen ich aufstellen werde. Und dennoch gab und gibt es kein böses Blut. Alle haben das gleiche Ziel und laufen in dieselbe Richtung. Deshalb hat sich dieser Konkurrenzdruck auch so positiv auf unsere Leistungen ausgewirkt.“


In diesem Zusammenhang betont Gay ganz besonders, dass diese Herbstmeisterschaft ein Erfolg der ganzen Mannschaft sei, in der jede einzelne Spielerin ihren Teil dazu beigetragen hat. „Natürlich haben wir mit Annika Dittmer eine Kapitänin, die hart arbeitet, großes Engagement zeigt und immer voran geht. Und mit Lisa Hapke konnten wir eine Akteurin verpflichten, die uns spielerisch enorm weiter gebracht hat. Aber unter dem Strich profitieren wir von der Breite unseres Kaders und damit von jeder einzelnen Spielerin, die uns mit ihrer individuellen Fähigkeit dahin gebracht hat, wo wir heute stehen.“
Weckt diese tolle Hinrunde nun Erwartungen innerhalb der Mannschaft, des Vereins, des Umfeldes? Ist sogar der Aufstieg in die 1. Bundesliga ein realistisches Thema? „Natürlich kann es sein, dass man in einem ruhigen Moment über das bislang Geleistete nachdenkt und dann auch überlegt, wo das alles noch hinführen kann“, erklärt Gay. „Aber wir haben uns vorgenommen, über die Rückrunde auf dem Feld und mögliche Ziele erst im neuen Jahr nachzudenken. Jetzt wollen wir den Schwung der Feldsaison nutzen, gut in die Hallenrunde zu kommen. Aber da geht es auch wieder bei null los.“
Bereits am Sonnabend, 1. Dezember gastiert Blau-Weiss zum Auftakt der 1. Bundesliga Ost beim ATV Leipzig. Ein vielleicht schon richtungsweisendes Spiel wie Hendrik Gay abschließend erklärt: „In der Halle ist es unser primäres Ziel, den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga zu sichern. Unsere direkten Konkurrenten werden dabei wohl Leipzig und der Mariendorfer HC sein. Auch deshalb ist dieses Duell zum Auftakt von besonderer Brisanz.“