Charlottenburg-Wilmersdorf: United nicht zu stoppen

Berlin United ist auf dem Weg in die Berlin-Liga nicht zu stoppen. Durch den 5:2-Erfolg am 20. Spieltag beim BFC Dynamo II baute die Truppe vom Spandauer Damm den Vorsprung auf den United 1.FCW1 Webdritten Rang, der definitiv nicht mehr zum Aufstieg berechtigt, auf 13 Punkte aus. Enttäuschend verläuft die Saison indes für den 1. FC Wilmersdorf. Das heiß gehandelte Team aus dem Volkspark läuft der Musik überraschenderweise hinterher.
Bei noch sieben ausstehenden Spielen und den bisher gezeigten Leistungen glaubt niemand, wirklich niemand mehr daran, dass Berlin United den Aufstieg noch vergeigen könnte. 17 Siege, ein Remis und zwei Niederlagen bei 70 erzielten Treffern sprechen da eine mehr als deutliche Sprache. „Kein Wunder, bei dem Kader“, mag manch einer denken. Aber auch in dieser Saison mussten und müssen die Partien erst einmal gespielt werden. Und die beiden Saisonniederlagen, das 2:4 in Wittenau und das 0:1 beim 1. FC Wilmersdorf, haben gezeigt, dass die von Weltmeister Thomas „Icke“ Häßler trainierte Truppe nicht unbesiegbar ist: mit großer Leidenschaft und starker Defensivleistung war United tatsächlich beizukommen.
Doch zumeist lief es so wie beim Erfolg gegen Dynamo: Bis zur Halbzeit und beim Stand von 2:2 hielten die Gastgeber noch tapfer mit, bevor United nach dem Wechsel – wenn auch in Überzahl – mächtig aufdrehte: Abwehrspieler Timo Bruckmann, Kapitän Philip Malinowski (2) sowie die Angreifer Hamdi Chamkhi und Thiemo-Jerome Kialka erzielten die Treffer. Mit 18 respektive 16 Treffern liegen die beiden letztgenannten auch in der Torjägerliste der Landesliga, Staffel zwei ganz weit vorn. Nur Biesdorfs Sascha Scholz kann sich zurzeit mit 17 Treffern zwischen die beiden United-Stürmer schieben.


Schon am nächsten Spieltag, Sonntag, 14. April, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Titelfavorit beim abstiegsbedrohten SV Stern Britz den nächsten Dreier einfahren wird. Die Partie auf dem Platz An der Windmühle, Buckower Damm 150, wird um 14 Uhr angepfiffen. An den darauf folgenden Spieltagen warten mit dem FC Spandau und dem Tabellenzweiten VfB Fortuna Biesdorf noch zwei Hochkaräter. Die anderen Gegner stehen aber alle und ausnahmslos in der unteren Tabellenhälfte, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann United den Aufstieg in die Berlin-Liga auch rechnerisch fix gemacht haben wird.
Ganz anders die Situation beim 1. FC Wilmersdorf: Obwohl man im letzten Sommer ein paar hochkarätige Spieler abgegeben hatte, galt der 1. FC als ein möglicher Anwärter auf den Aufstieg. Dieses Urteil manifestierten die Wilmersdorfer mit starken Auftritten: Nach dem Sieg beim Wittenauer SC schwärmte zum Beispiel Wittenaus Vorsitzender Holger Seidel vom „bärenstarken“ Spiel des 1. FC. „Wilmersdorf ist nach Berlin United heißester Anwärter auf den Aufstieg“, attestierte Seidel damals. Und auch in den beiden Partien gegen Berlin United zeigte der 1. FC Wilmersdorf tollen Fußball: Nach dem 0:0 im Hinspiel setzte sich der 1. FC im Rückspiel sogar mit 1:0 durch. Um in zwei Partien gegen Berlin United nicht zu verlieren und – vor allem – kein einziges Gegentor zu kassieren, ist schon eine großartige Leistungen. Doch in Spielen wie dem 1:7 gegen Dynamo oder dem 0:5 gegen Biesdorf zeigte der 1. FC ein ganz anderes Gesicht. Und genau diese fehlende Konstanz gab letztlich den Ausschlag dafür, dass die Wilmersdorfer nach ihrem Abstieg aus der Berlin-Liga im Jahr 2017 in jedem Fall in ein drittes Jahr Landesliga gehen werden müssen. Nächster Gegner am Sonntag, 14. April wird der Nordberliner SC sein. Die Partie am Heiligenseer Elchdamm 171 wird um 11 Uhr angepfiffen.