Tegel: Tennisclub Grün-Weiß-Grün Tegel feiert 100-jähriges Bestehen

Der Tennisclub Grün-Weiß-Grün Tegel feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Der Klub, an der Gabrielenstraße 74 beheimatet, nutzt zehn Plätze auf dem Bauschke1 WebVereinsgelände und in unmittelbarer Nachbarschaft und bietet auch Nichtmitgliedern die Möglichkeit, der gelben Filzkugel hinterherzujagen.
„Die Lage unseres Klubs ist fantastisch“, schwärmt der 1. Vorsitzende Horst Hügel. „Erst beim Tennisspielen schwitzen und dann zur Abkühlung ein Sprung in den Tegeler See.“
Vor 100 Jahren wurde der Klub von Alfred Köhler aus Tegel und Fritz Philippa aus Waidmannslust unter dem Namen Grün-Weiß-Grün Waidmannslust gegründet. Die Eintragung in das Vereinsregister und der Beitritt zum Berliner Tennisverband folgten 1921. Als Anlage dienten zunächst zwei Tennisplätze am Waidmannsluster Damm. 1928 musste der Verein aber umziehen, weil das Grundstück für den Wohnungsbau benötigt wurde. Alfred Köhler gelang es, in der Gabrielenstraße Brachland langfristig zu pachten. Neben dem Kaiserpavillon, dem späteren Seepavillon, entstanden durch Eigenarbeit der inzwischen etwa 100 Mitglieder drei Tennisplätze. Ein eigenes Klubhaus erwarb man vom Wassersportclub NIXE 1932.


Einschneidend war, wie für die meisten Sportklubs, der 2. Weltkrieg, als in einer Bombennacht 1943 Klubhaus und Gelände zerstört wurden. Für viele Jahre lag das Vereinsleben brach. 1950 kam es dann zur Neugründung, 1951 wurde ein erster neuer Platz angelegt – und damit quasi der Grundstein des Fortbestandes gelegt. Zu den Highlights der Klubhistorie gehört der Anbau an das Klubhaus, der 1984 fertiggestellt wurde. Auf 190 Quadratmetern verteilen sich seitdem der gastronomische Bereich, eine Küche, zwei Garderoben sowie ein Vorstandszimmer, ein Dachboden mit 10 Meter Schießstand für Luftgewehre und ein Gästezimmer. Eine weitere positive Erinnerung hat man beim TC an die Dreharbeiten für den Film „Rheinsberg“ mit Cornelia Froboess aus dem Jahr 1967 als viele Klubmitglieder als Statisten mitspielen durften und viele Szenen auf der Tennisanlage an der Gabrielenstraße gedreht wurden.
Im Fokus der Vereinsarbeit stehen der Breitensport, eine gute und nachhaltige Jugendarbeit sowie eine angenehme und familiäre Atmosphäre. In Berlin gibt es insgesamt rund 200 Tennisvereine – allein sechs davon in unmittelbarer Nachbarschaft des TC. Und doch schaffen es die Grün-Weiß-Grünen, konstant die Zahl von knapp 200 Mitgliedern zu halten. In den 1980er Jahren, als der Tennisboom durch Steffi Graf und Boris Becker ganz Deutschland in Atem hielt, waren es sogar mal 420 Mitglieder. Mit knapp 40 Kindern und Jugendlichen ist der TC auch im Nachwuchsbereich gut aufgestellt. Zurzeit nehmen 14 Teams am Spielbetrieb des Tennisverbandes Berlin-Brandenburg teil, darunter fünf Jugendmannschaften.
Auf die Frage nach der Zukunft des Klubs und vielleicht noch unerfüllten Wünschen sagt der Vorsitzende Hügel ohne lange überlegen zu müssen: „Noch mal 100 Jahre!“ Die muss der Klub dann aber ohne Hügel an der Spitze bestreiten. Der 72-Jährige, seit 14 Jahren Vorsitzender, davor sechs Jahre als Sportwart aktiv, möchte künftig ein bisschen kürzertreten.
Nähere Informationen zum Klub erhalten Interessierte auch unter www.tc-gwg.de.