Hermsdorf: VfB-Fußballer beklagen Mitgliederschwund

Unabhängig von der derzeitigen Situation um die Verbreitung des Coronavirus hatten und haben die Fußballer des VfB Hermsdorf einen enormen Mitgliederschwund zu beklagen. Der Grund: dieAlkilic Web prekäre Sportplatzsituation des Klubs auf der Anlage an der Seebadstraße.
Bereits seit der Saison 2013/14 war der Rasenplatz immer wieder gesperrt gewesen, da Wildschweine und Maulwürfe immer wieder zum Teil große Schäden angerichtet hatten. Zuletzt, seit 2017, war der Platz nahezu durchgehend für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt gewesen. Seit November 2019 entsteht dort nun endlich ein neuer Kunstrasenplatz – eine Baumaßnahme, die – wie man hört – maßgeblich auch von Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) vorangetrieben worden ist. Zur Erinnerung: Jahrelang war Balzer als Stadtrat für den Sport und das Bauwesen zuständig.
Doch die Jahre sind nicht spurlos am VfB Hermsdorf vorbeigegangen: Von „massivsten Einschränkungen“ spricht die Vizepräsidentin des VfB, Regina Blachwitz. Zahlreiche Mitglieder hätten den Klub in all den Jahren aufgrund dieser Situation verlassen. In Zahlen: Zurzeit hat die Fußballabteilung der Rot-Weißen 420 Mitglieder und nahm mit 21 Teams in allen Altersklassen am Spielbetrieb der zurzeit unterbrochenen Saison 2019/20 teil. Allerdings: Allein im letzten Jahr hat die Abteilung knapp 100 (!) Kicker, überwiegend Kinder und Jugendliche verloren.
In dieser Zeit habe der Klub für den Trainings- und Spielbetrieb speziell in den Sommermonaten immer wieder Ausweichplätze nutzen können. Auf die Frage, wie gut die Unterstützung des Sportamtes in dieser Zeit gewesen sei, gibt Manuela Weber, Abteilungsleiterin Fußball, eine klare Antwort: „Die Unterstützung hätte nicht besser sein können!!!!!“


Die Fertigstellung des neuen Platzes war ursprünglich für den Juni geplant, so dass der Klub davon ausgegangen ist, das neue Geläuf an der Spielzeit 2020/21 nutzen zu können. Ob es durch die aktuelle Situation um den Coronavirus zu Verzögerungen kommen könnte, bleibt abzuwarten, ist wohl aber eher nicht unrealistisch.
In jedem Fall wappnet man sich beim VfB für die Zeit danach und ist guter Dinge, die Mitgliederzahlen wieder steigern zu können. „Werbung, Werbung, Werbung“, gibt Manuela Weber als Marschroute aus und stellt in Aussicht, dass der VfB die Anzahl der im Klub tätigen lizensierten Trainer „erheblich“ aufstocken möchte. Und dann ist es in Fußballklubs ja auch noch immer so, dass die 1. Herren quasi ein Aushängeschild eines Vereins sind. Bis 2016 kickten die Hermsdorfer in der Berlin-Liga, der sie über viele Jahre hinweg angehörten, und galten als ein Sinnbild an personeller Kontinuität. Die so oft zitierte große Fußballfamilie war im Norden gelebte Realität. Zwar ist das Team nach sportlich aufreibenden und wenig erfolgreichen Jahren mit zwei Abstiegen mittlerweile in der Bezirksliga angekommen. Doch bis zur Aussetzung der Spiele mischte der VfB im Aufstiegsrennen mit und belegt neben dem 1. FC Lübars einen von zwei direkten Aufstiegsrängen. Eine Rückkehr in die Fußball-Landesliga würde neben dem neuen Kunstrasenplatz bestimmt dabei helfen, in Zukunft wieder mehr Kicker für den VfB und die Ideen einer großen Fußballfamilie begeistern zu können.